⭐️ Das kleine Weihnachts-Bäumchen

⭐ Das kleine Weihnachts-Bäumchen⭐

Clarence war eine junge Tanne, wunderschön anzusehen und prachtvoll gewachsen.

Mit seinen vielen Tannen-Geschwistern stand er auf einem schönen Gartengelände mit vielen anderen , kleinen jungen Bäumchen -

wunderschönen, bunten Blumen und dem ein oder

anderen etwas älterem Baum, der immer ein Auge auf die Baumjugend hatte,

damit sie nicht zu übermütig wurden und dadurch krumm heranwuchsen.

So verbrachte Clarence einige wunderschöne Jahre seines Lebens auf

diesem schönen Gelände und wurde auf seine Lebensaufgabe vorbereitet.

Nachts, wenn die Altbäume dachten, das er und die anderen Jünglinge schliefen,

konnte er sie tuscheln und flüstern hören.

Wortfetzen drangen zu ihm.

"Weihnachtsbaum...schmücken..große Ehre...bunte Kugeln und Lichter..."

Clarence konnte damit nichts anfangen und so kuschelte er sich in seine noch weichen

Tannennadeln und schlummerte wieder ein.

Dann kam eine Zeit in der er von den lieb gewonnenen Nachbarn,

den Osterglocken Abschied nehmen musste,denn die Osterzeit begann.

Die Osterglocken freuten sich, denn viele würden Oster-Sträuße werden

und am Ostersonntag die Festtafel schmücken.

Clarence wurde fast ein wenig wehmütig.

Zu gern würde auch er so etwas erleben...den Menschen Freude bereiten.

Und so plusterte er sich immer auf, wenn Menschen auf das Gartengelände kamen,

machte sich groß und zeigte sich im schönsten Gewand.

Aber keiner beachtete ihn .

Auch seine Tannen-Geschwister bekamen keinerlei

Aufmerksamkeit.

Komisch, dachte er.

Aber es wird schon einen bestimmten Grund haben.

Wieder dachte er wehmütig daran, das er nur zu gern auch abgeholt werden wollte.

Endlich.

An einem schönen, sonnigen Morgen mitte November wurde Clarence mit seinen Geschwistern auf einen festlich geschmückten Hof gebracht.

Er fühlte sich einfach wunderbar.

Weihnachtsmusik lief und die Menschen waren alle fröhlich und festlich eingestimmt.

Wie hübsch sie doch alle aussahen und sich zur vollen Schönheit ausplusterten.

Abends sangen die Altbäume ein leises Abschiedslied, denn viele Bäumchen wurden nach und nach abgeholt .

Auch Clarance sollte am nächsten Morgen in sein neues zu Hause gebracht werden.

Am Tag zuvor war er von einem jungen Mann mit zwei niedlichen Kindern angeschaut und von dem kleinsten Kind sanft gestreichelt worden.

Er konnte gar nicht richtig schlafen, so aufgeregt war er.

Wo kam er hin ?

Nach einer schlaflosen Nacht wurde er dann von dem jungen Mann abgeholt,

der ihn zu einem kleinen Haus brachte.

Es wurde Nacht und Clarence fürchtete sich etwas, weil er nicht wusste , wo sie war.

Zum ersten mal war er ganz allein , ohne seine Geschwister.

Doch der junge Mann beruhigte ihn, strich ihm liebevoll über die Nadeln und versprach ihm,

dass morgen früh, wenn es hell ist, er eine große Überraschung für seine Kinder sein würde.

Denn er würde nun ein Weihnachts-Bäumchen werden.

Er horchte auf....Weihnachts-Bäumchen ?

Hatte der Altbaum nicht so etwas erzählt !?

Stolz schlief er ein und träumte davon,

das schönste und prächtigste Weihnachts-Bäumchen zu sein.

Es wurde hell, die ersten Vögel begannen zu singen und zu schauen, wer da neu auf dem Hof war.

Clarence streckte und reckte sich stolz und

genau in diesem Moment erschien eine Frau mit den zwei kleinen Kindern, die er schon kannte.

Alle strahlten über das ganze Gesicht, freuten sich und summten fröhlich Weihnachtslieder.

Ach, was war das für ein schönes Gefühl.

"Ich bin ein Weihnachts-Bäumchen,

ich bin ein Weihnachts-Bäumchen..."

sang er immer wieder.

Er wurde vorsichtig in die festlich geschmückte, warme Stube gebracht und liebevoll mit kleinen Engeln, Weihnachtsmännern und Zuckerstangen behangen.

Viele bunte Kugeln und sanft schimmernde Kerzen schmückten seine Äste und oben auf der Baumkrone leuchtete ein heller Stern.

Viele schöne Tage vergingen so.

Morgens wurde er von den Vögeln , die draußen auf der Fensterbank saßen und den Sonnenstrahlen geweckt.

Abends begleitete ihn der sanfte Mondschein und das Sternenleuchten in den Schlaf.

Die Frau ließ die bunten Kugeln, die Engelchen und all die vielen hübschen Dinge viel

länger dran, denn sie fand Clarence einfach wunderschön.

Oft standen der Mann und die Frau eng umschlungen vor ihm und schauten ihn an.

Lächelten sich zärtlich an und küssten sich im Schein des Kerzenlichtes.

Doch eines Tages kam der Mann nicht mehr und Clarence hörte die Frau immer öfter weinen.

Dann schüttelte er seine Nadeln um besonders schön zu sein, um der Frau eine Freude zu machen.

Doch diese schmückte ihn eines Tages unter Tränen ab.

Nahm ihm all die bunten Kugeln, die Engelchen, die Lichter und den Stern ab und brachte ihn auf den kalten und einsamen Hinterhof.

Zwar stellte sie ihn an die Hauswand, damit er nicht im Dreck liegen musste, aber ganz traurig und nackt fühlte er sich jetzt.

Clarence verstand nicht.

Hatte er etwas falsch gemacht !?

Traurig verlor er eine Nadel nach der anderen , der Wind pfiff durch die

kahl gewordenen Äste und so erkaltete auch Clarence kleines Tannenherz.

Was sollte jetzt mit ihm passieren ?.

So kahl und grau wie er jetzt aussah.

Die kleinen Kinder ,die draußen im Hof spielten beachteten ihn nicht mehr.

Sie tanzten nicht mehr fröhlich singend um ihn herum.

So verging Tag für Tag .

Und fast schien es , das niemand mehr an ihn dachte.

Nachts fror er erbärmlich und dann erinnerte er sich ,

wie schön es in der festlich geschmückten Stube war als er noch ein Weihnachts-Bäumchen war.

Monate vergingen.

Längst war wieder Winter, der Schnee bedeckte den Boden .

Da erschien auf einmal der junge Mann und blickte sich suchend auf dem Hinterhof um.

Er kam auf Clarence zu , lächelte ihn an und prüfte gewissenhaft seinen Stamm.

Dann nickte er zufrieden und schulterte das alte Tannenbäumchen.

Brachte es in einen kleinen Schuppen mit vielen Werkzeugen und Geräten.

Pfeifend machte sich der junge Mann daran, die vertrockneten Äste vorsichtig vom Stamm zu lösen.

Clarence war etwas bange, aber es kitzelte nur.

Dann begutachtete der Mann den Stamm, lächelte zufrieden und flüsterte Clarence leise etwas zu.

"Du warst unser erstes gemeinsames Weihnachts-Bäumchen und ich möchte aus Deinem Stamm vier kleine Herzchen machen, die uns jedes Jahr, wenn wir sie an den neuen Tannenbaum hängen an Dich erinnern . mein Bäumchen."

Clarence fühlte Stolz in sich aufsteigen .

Und so kam es ,dass das kleine Tannenbäumchen

jedes Jahr Weihnachten mit seiner Familie feiern dufte und leise die Weihnachtslieder mitsummte.

©️ Tanja Finchen Hoffmann


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